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Baum in der Herbstsonne, 1999, Feder mt Tusche, 14 x 20 cm

 

 

 

Struppige Bäume, 1997, Feder mit Tusche, 14,5 x 22 cm

 

 

 

 

Palazzo in der Toscana bei Certana 1965, Bleistift, 24 x 36 cm

 

 

 

 

Dumpfer Winter, 1969, Steinlithographie, 38 x 54 cm

 

 

 

Trois Maisons, Sundgau, 1966, Steinlithographie, 23 x 33 cm

 

 

 

Die alte Weise im Feld bei Hegenheim, 1987, Feder mit Tusche, 17 x 29 cm

 

 

 

 

Winterbäume, 1969, Steinlithographie, 37 x 45 cm

 

 

 

Mein südlicher Garten in Siena, 1965, Feder mit Tusche, 34 x 44 cm

 

 

Jürg Keller

 

 

         
Landschaft

 

        

 

       

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die ideale Landschaft des Zeichners

 

Drei Landschaftszeichnungen mit dem Elsass als Motiv waren die ersten Werke, die Jürg Keller ausgestellt hat. Das war 1966 an einer Weihnachtsausstellung gewesen. Häufig machte er sich damals, aber auch später immer wieder ins Elsass auf, angezogen von der einzigartigen Stimmung der Dörfer im Sundgau, der Bauweise der Höfe, den sanft schwingenden Hügeln, der Weite. Nichts Spektakuläres oder Aufregendes, aber etwas Weiches, Anschauliches, noch nicht Verdorbenes.

 

Das Elsass liegt gewissermassen vor Kellers Haustür. Da ist es nicht weiter erstaunlich, wenn er zum Zeichnen das Nächstliegende aufsuchte und sich mit Döschwo oder Velo auf den Weg machte. Aber es war immer etwas mehr als die gute Erreichbarkeit, die ihn anzog, zum Beispiel die Art, wie die Dörfer sich in den Wellentälern der Hügel ducken und die Landschaft beim Einnachten in der Dunkelheit und sich ausbreitenden Einsamkeit verschwindet. Die winterliche Kälte kann der Elsasslandschaft eine Kargheit und eine Reduktion der Formen geben, die sich ideal eignet, um das wiederzugeben, was Keller mit seinen Zeichnungen ausdrücken wollte (siehe „Zeichnen, um zu leben").

 

Tiefe winterliche Temperaturen haben ihn nie abhalten können, seiner Tätigkeit nachzugehen. In der Kälte war es möglich, äusserst dünne Striche mit der Feder zu ziehen und einen minimalistischen Effekt zu erzielen. Wenige Stricher, die viel sagen. Nur wenn die Tusche an der Federspitze einfror, musste er aufgeben, in einer Beiz Zuflucht suchen und sich aufwärmen.

 

Ein halbes Jahr verbrachte Keller im Jahr 1965 in Siena, in einem Turmzimmer über der Sakristei der Kirche Santa Maria del Carmine. Den Ausschlag hatte ein Bildband von Mario Salmi über romanische Kirchen in der Toskana gegeben. Es war etwas Neues für ihn, dass er während der Italien-Zeit den ganzen Tag zum Zeichnen zur Verfügung hatte. Die italienische Landschaft hat allerdings mehr Knacknüsse aufgegeben, als er gedacht hatte, und er ist immer wieder bei städtischen Sujets angekommen. Vielleicht weil die Topografie der Toskana mit ihren zypressenbestandenen Hügellinien bildlich zu sehr festgelegt ist. Dafür hat er viele Fahrten durch die Gegend unternommen und sich von der Erdverbundenheit der zum Teil entlegenen romanischen Kirchen beeindrucken lassen.

In Siena hatte ein reicher Versicherungsfachmann ihm die erste Ausstellung ermöglicht. Aurel Schmidt

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