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Frauenzeichnungen
Jürg Keller
Diese Zeichnungen werden voraussichtlich in Buchform heraus- kommen. |
Frauenzeichnungen
Es war in den 70er Jahren in Paris.
Ich wurde angeregt durch unzählige Begegnungen beim Zeichnen in den belebten Strassen,
durch seltsame Geschichten und ausgefallene Fantasien.
In dieser Stimmung sind die <Somnambules> entstanden, diese tanzenden Frauen auf den
nächtlichen Dächern.
Jahre später tauchte ich förmlich ein in die Welt der Tänzerinnen im Montmartre.
Mit meiner Frau Silvia besuchte ich ein kleines heruntergekommenes verstaubtes Lokal mit
völlig ausgesessenen Stühlen aus der Belle Epoque. Welch einmalige Show!
Später vergnügten sich unsere Augen im Moulin Rouge und bei den Folies Bergères.

Das Erlebte zeichnete ich mit Kugelschreiber in kleinen Skizzen aus der Erinnerung.
So entstanden hunderte von Zeichnungen beim Morgenkaffee. Diese Frauenstudien nenne ich Nanas.
Sie sind luftig, keck, schalkhaft, verträumt, besinnlich, grazil, füllig, prall, zart, dominant, verspielt,
ulkig, üppig, stürmisch in den Gebärden.
Dann sind Zeichnungen entstanden nach Modellen, in Theatern oder nach Fotografien und Skizzen
umgesetzt. Aquarell und Gouache kamen hinzu, auch Kreide und Kohle, Blei- und Farbstift.
Pinsel, Feder und Tusche brachten mehr Freiheiten und Reichtum im Ausdruck.
So sind diese Frauen entstanden. Sie werden sich verwandeln und werden weiter geboren.
Jürg Keller 30.11.07


